Alternative Betrachtungsweisen gefährden die Einseitigkeit! (16)

Alternative Betrachtungsweisen gefährden die Einseitigkeit! (16)

Naturheilpraxis Kuester Naturheilkunde

13.06.21 Heute: Das Milieu des menschlichen Organismus

Im vorigen Kapitel haben wir uns ausführlich mit der Wichtigkeit des PH Wertes befasst nun wollen wir mal schauen welche übrigen Bestandteile das Milieu unseres Organismus sonst noch benötigt.


Vorbemerkung

Als erste Anmerkung möchte ich ein Versäumnis nachholen, das mir im letzten Kapitel unterlaufen ist. Warum bedarf es überhaupt eines bestimmten Milieus in uns Menschen und warum sind die Milieu Bedingungen von Ort zu Ort im Körper, von Aufgabe zu Aufgabe, so verschieden. In uns gibt es ungezählte Billionen von Helfern aller Spektren: Hormone, Enzyme, Bakterien unterschiedlichster Art, Bazillen, Pilze und auch Viren und vieles andere mehr. Alle eint, das sie eine sinnvolle biologische Aufgabe in unserem Organismus erfüllen. Alle diese Helfer leben in einer gesunden „Symbiose“ miteinander. Wenn jeder dieser helfenden Mitbewohner den Anteil einnimmt der ihm zusteht sind wir körperlich gesund und der Organismus ist funktionsfähig. Bekommt auch nur Einer davon durch Zufuhr von Außen oder Innen, durch verbesserte oder verschlechterte Rahmenbedingungen die Möglichkeit zu wachsen oder er wird eingeschränkt, entsteht Ungleichgewicht und es folgt Krankheit. Diese Rahmenbedingungen nennen wir das Milieu.


Die Temperatur

Unser gesamter Stoffwechsel ist abhängig von der Energiegewinnung in den Mitochondrien (Kraftwerken) in unseren Zellen. Je nach „Wichtigkeit“ und Aufgabe eines Organes ist die Temperatur an der einen oder anderen Stelle etwas unterschiedlich. Wir alle kennen das vom Fiebermessen in Mund(oral), Achsel(axillär) oder Po(rektal). Sinkt die Außentemperatur drohen wir zu frieren und mit allen verfügbaren Tricks fährt unser Körper dagegen an, Das Blut zentriert sich, die Gefäße ziehen sich zusammen, „Gänsehaut“ entsteht usw.. Umgekehrt, steigt die Außentemperatur, stellen sich die Gefäße weit, der Blutdruck fällt ab, wir werden leichtsam schwindelig und beginnen zu Schwitzen. Durch das Verdunsten des Schweißes entsteht auf der Körperoberfläche Verdunstungskühle und wir kühlen runter. Viele unsere Helfer, von den Enzymen bis zu den Keimen, brauchen eine bestimmte Betriebstemperatur, damit sie ihren Job in unserem Organismus korrekt ausführen können.


Feuchte oder Trockenheit

Der menschliche Organismus besteht im Lebensdurchschnitt zu über 70% aus Wasser. Das hat Gründe. Alle zum Lebenserhalt wichtigen Substanzen müssen in den Flüssigkeiten transportiert werden, um vom Mund oder der Atmung zum Zielbereich Zelle zu gelangen. Herrscht in unserem Körber ein Stausee, weil zu viel Flüssigkeit gehortet wir, fließt nichts. Herrscht Trockenheit, weil ich nie nachfülle durch Trinken, fließt auch nichts. Schwemme und reinige ich meinen Organismus nicht durch Zufuhr von Wasser, Schorle oder Kräutertees, wird er über kurz oder lang zu einem verschmutzen Sumpf. Keine auch noch so hochwertigen Nahrungsinhaltstoffe gelangen dann in die Zellen und die Abfallprodukte können nicht abtransportiert werden.


Nährstoffe

Alle Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente rekrutieren wir im Idealfall aus unserer Nahrung. So viel zum Idealfall.

Unsere heutige Ernährung, geprägt von Monokulturen, Spritzmittel, Fast Food, Denaturierter Fertignahrung, Obst und Gemüse, das Wochen vor seinem Verzehr geerntet wird, Fleisch und Wurstwaren die aus Massentierhaltung, vollgestopft mit Wachstumsförderern und Antibiotika stammen, bei den Zuchtfischen das Gleiche, Kohlehydrate die aus weiß gewaschen Mehlen und weiß gewaschenem Zucker bestehen, all diese Dinge haben für uns Mensch 0 (in Worten NULL) Nährwert mehr. Der Plan dieses Missverhältnis durch Nahrungsergänzung zu verbessern ist reiner wirtschaftlicher Lobbyismus und fördert den Konsum.  Es gibt Lebenssituationen, da mag eine gewisse Nahrungsergänzung sinnvoll sein, das aber sind wirklich Ausnahmen. Schwangerschaften, Stillzeiten, schwere Krankheiten, Leistungssport, Regeneration usw.  Wenn wir es aber ansonsten mit einer Biologisch-dynamischen Ernährung, regional geprägt, hochwertig in Anbau und Zucht, ernst meinen würden, müsste es auch so gehen. Dazu muss sich aber vieles radikal ändern. Der Bedarf dieser Stoffe ist durch die Anforderungen des Alltags gestiegen, die Zuführung dramatisch gesunken. 


Wir sitzen vor vollen Tellern und verhungern.

Alle unsere Lebensvorgänge brauchen für ein ausgewogenes Milieu eine ausreichende Nährstoffzufuhr. Es ist eigentlich ein Wunder, das der menschliche Organismus diesen Missbrauch in unserer Nahrung so lange schon aushält und kompensiert, wenngleich auch oft nur um den Preis von Krankheit.


Sauerstoff

Der Atem (Odem) des Lebens.

Der Mensch und sein Organismus können 30 Tage ohne Nahrung, 3 Tage ohne Flüssigkeit, aber maximal 3 Minuten ohne Sauerstoff auskommen, grob formuliert.

So viel vorab zur Wichtigkeit aller unserer lebensnotwendigen Stoffe.

Jeder Vorgang, der in unserem Organismus mit Wärme und Energiegewinnung zu tun hat, braucht Sauerstoff. Die Luft, die wir einatmen ist kein reiner Sauerstoff, sondern hat nachfolgende Zusammensetzung:

Die Einatemluft (Inspirationsluft) hat ca. 21% Sauerstoff; 0,03 % Kohlendioxid; 78 % Stickstoff und 0,97% Edelgase.

Die Ausatemluft (Exspirationsluft) hat ca. 17% Sauerstoff, 4,03 Kohlendioxid; 78% Stickstoff und 0,97 % Edelgase

Die Temperatur beträgt etwa 35 Grad und hat eine Feuchte von 95 %

Anmerkung: Diese Zusammensetzung ist im Übrigen eines der Probleme des ständigen Maskentragen (besonders der FFP 2 Masken). Unwillkürlich steigert sich der Anteil von Kohlendioxid, da ich immer wieder meine eigene Ausatemluft einatme und der Anteil Kohlendioxid dadurch permanent steigt.

Wir werden schneller müde und sind bald erschöpft und unkonzentriert, bis hin zu einer „Kohlendioxidvergiftung“. 

Es ist für unsere Zellen mit ihren „Verbrennungsöfen“ und der Energiegewinnung von entscheidender Bedeutung, ob eine wunderbar zusammengesetzte Einatemluft, wie oben beschrieben geliefert wird, oder ob ein viel zu hoher Kohlendioxid Gehalt das System systematisch vergiftet.

Eine ganze Reihe der Keime unseres Darmes, die sogenannten Aerobier benötigen Sauerstoff zum Wachsen und Vermehren, andere wiederum brauchen wenig bis gar keinen Sauerstoff, die so genannten Anaerobier.


Konsistenz

Wie bei Feuchte und Trockenheit schon kurz erwähnt ist die Konsistenz und damit die Fließfähigkeit der Körperflüssigkeiten von Wichtigkeit. Ein Blut, das dickflüssig und zäh ist, transportiert auch, aber möglicherweise nicht reaktionsschnell genug und Sauerstoffarm; ein übriger Speisebrei mit zu wenig Flüssigkeitsanteil im Darm wird schneller zu Verstopfung führen, als wenn er gut befeuchtet ist; eine Galle, die gut fließt, wird viel weniger die Neigung zu Gries und Steinen und damit zu Koliken haben; eine Lymphe, die dünnflüssig ist, wird nicht so schnell Stauungen verursachen; ein Urin, der nicht zu konzentriert ist, wird nicht so schnell Gries, Steine, Brennen oder gar Entzündungen verursachen; Schleime der Atemwege, die flüssig genug sind, werden nicht so schnell Nasen und Nebenhöhlen oder gar Atemwege verstopfen. Das Alles fällt unter die richtige Konsistenz.


Helligkeit und Dunkelheit

Der gesamte menschliche Organismus lebt von Licht. Alle großen Naturheiler, von Kneipp über Schroth bis Dr. Johanna Budwig haben das immer wieder betont. Prof. Popp und Marco Bischof haben die Theorie der Lichtquanten sogar bewiesen. Nicht nur die Photosynthese des Blattwerkes der Bäume und Sträucher, auch unser Körper, jede einzelne seiner Zellen benötigt Licht. Diese Lichtquanten dringen über die Augen in den Organismus ein und „beleuchten“ so unsere Zelle. Auch ein Plädoyer für das aufgerichtete Gehen. Wer kennt nicht den trauernden Menschen, der Gramgebeugt geht und steht.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!

Selbstverständlich gibt es auch Bereiche in unserem Organismus, wo tiefe Dunkelheit herrscht, wie in unseren Gedärmen und auch hier gibt es Lebewesen, in Form von Keimen, die genau das benötigen.

So viel zum Milieu. 

Der Ausspruch Antoine Beschamps: „Die Zelle ist nichts, das Milieu ist Alles“ bekommt eine neue Dimension.

Gesundheit ist in jedem Falle eine Symbiose aus der bunten Welt der Keime in uns und um uns herum und des Nährbodens, in dem diese Keime wachsen.

Und weil wir schon bei diesem spannenden Kapitel des menschlichen Organismus und seiner Gesundheit sind, wollen wir uns in den nächsten Kapiteln mit der  Theorie der Kranheitsentstehung nach Dr. Dr. Hans Heinrich Reckeweg beschäftigen. Dr. Reckeweg nannte seine Theorie Homotoxikologie, also die Lehre von oder über Gifte in uns Menschen.


Dazu aber mehr im nächsten Kapitel unserer Artikelserie.


Gerhard Küster, HP

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